Hörgeräte Zuschuss von der Krankenkassen.

von (Kommentare: 0)

Was können Sie erwarten

Die neue Kassenzuzahlung -  Fluch oder Segen

Die neuen Festbeträge stehen fest. Der GKV – der Spitzverband der Krankenkassen hat diese beschlossen. Ziel ist die Umsetzung ab dem 01.04.2022.

Aber ist das machbar und was bringen die neuen Beträge wirklich?`

Seit November 2013 bestehen die nun die alten Verträge, seitdem hat sich in Sachen Technik und Ausstattung der Hörgeräte viel getan. Bluetooth, Akkutechnik und Sensorik haben Einzug erhalten.

Es wurde also Zeit für Veränderung. Kurz, es wurden neue Zuschüsse und die Ausstattung der Hörsysteme festgelegt. 

Galt bisher bei einer beidohrigen Hörgeräteversorgung ein Festbetrag der Krankenkasse von 1649,83€ (Spitzenbetrag) soll der neue Zuschuss ab dem 01.04.2022 1783,67€ betragen.

 

Dieser setzte und setzt sich zukünftig wie folgt zusammen:

 

Alt in €: Neu in €: Differenz in %

 

  1. Hörgerät 872,97 838,20 -4%
  2. Hörgerät 872,97 838,20 -4%

Abschlag bei 2 HG - 174,60 0,00 -100%

  1. Ohrpasstück 39,25 53,63 37%
  2. Ohrpasstück 39,25 53,63 37%

 

Gesamt: 1.649,84 1.783,67 8%

 

bei einohriger 0,00 180,83 100% 

Verosrgung

 

Daraus ergeben sich folgende Anforderungen an zukünftige Kassengeräte:

 

Alt: Neu:

4 kanalige Signalverarbeitung 6 kanalige Signalverarbeitung

Störgeräuschunterdrückung Störgeräuschunterdrückung

Rückkopplungsauslöschung Rückkopplungsauslöschung

opt. Richtungsmikrofon manuelles Richtungsmikrofon

3 manuelle Programme 3 manuelle Programme

 

Betrachtet man sich also jetzt den neuen Zuschuss durch die gesetzliche Krankenkasse und die geforderten Eigenschaften der zukünftigen Kassengeräte, stellt man fest, so groß ist der Unterschied nicht. Bei ca 133,84 € für 2 Hörgeräte also 66,92€/ Hörgerät bekommt man 2 einstellbare Frequenzkanäle mehr und ein Richtungsmikrofon.

 

Klingt nicht wirklich viel? Ist es auch nicht!

Der deutsche Schwerhörigenbund e.V. forderte in seinem Papier zu neuen Fetsbträgen neben Bluetoothankopplung ebenfalls die Akku, also Wiederaufladbarkeit der Hörgeräte.

Schön wärs gewesen, aber der GKV kontert mit dem Argument diese beiden Auststatungsmerkmale würde nicht dem Verstehen sondern nur dem Komfort dienen und lehnt somit den Vorschlag des DSB e.V. ab.

 

Also bleibt es bei den oben beschriebenen Neuerungen.

Was heisst das jetzt aber für laufende Versorgungen?

Nun ja beschlossen ist nicht gleich vertraglich geregelt. D.h. jetzt sind die BIHA der Bundesverband der Hörgeräteakustiker, also der Dachverband so ziemlich aller freien Hörgeräteakustiker und eben auch die große Akustikerkette KIND gefragt. Diese müssen mit den einzelnen Krankenkassen AOK PLUS, AOK Bayern, DAK, IKK classic usw auf Grundlage des Beschlusses des GKV Verträge aushandeln. Ob das bis zum 01.04.2022 in Sack und Tüten ist bleibt jedoch fraglich.

 

Angst um die Zuzahlung muss jedoch keiner haben. Da die alten Verträge noch nicht gekündigt sind behält auch, sollte bis ersten April noch kein neuer stehen, der alte Vertrag seine Gültigkeit.

 

Wir können also gespannt sein, was bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen zum Schluss wirklich vom Beschluss der GKV umgesetzt und auch gezahlt wird.

 

Eric Gitter


Über den Autor

Eric Gitter

Eric Gitter
Hörakustikmeister und Geschäftsführer bei Hörzentrum Dietz

Gebürtiger Thüringer der über die Schweiz seinen Platz in Sachsen gefunden hat. Seit 2005 als Akustiker in der Branche tätig mit vier Jahren Erfahrung bei einem Hörgeräte-Hersteller und seit 2013 selbstständig mit einem Hörakustik-Fachgeschäft. Kurz und knapp: ein Chaot der immer einen "Schalk im Nacken hat".

www.ichhoer.net


Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 8 und 1.

Zurück

Newsletter

Mit einer Anmeldung für unseren kostenfreien Newsletter erhalten Sie regelmäßig aktuelle Informationen rund um unser Unternehmen. Zudem erhalten Sie kostenfrei den Downloadlink zur begehrten Hörakustiker-Checkliste.